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Lachsbesatz im Rhein

Sinnvoll oder gescheitert?

Wir haben die Umweltpolitschen Sprecher aller im Landtag vertretenen Parteine zu diesem Thema angeschrieben.

Guten Tag,

ich habe eine Frage zu dem Wanderfischprogramm Baden-Württemberg das vom MLR unterstützt wird. Jährlich mit über 200 000 € aus der Fischereiabgabe. Es wird nahezu ausschließlich die Wiederansiedlung des Lachs im Rhein gefördert. Es gibt aber deutliche Hinweise, dass die Klimaerwärmung auch den Rhein dermaßen betrifft, dass in absehbarer naher Zukunft im Rhein keine Lachse mehr leben können. Weder sich im Rhein fortpflanzen können noch die Jungfische Überlebenschancen haben.

http://www.rhone-thur.eawag.ch/temperaturpraeferenzen1.pdf

Wie sehen sie als Umweltpolitischer Sprecher ihrer Partei die Erfolgsaussichten des Lachsprogrammen, für das ein erheblicher Teil der Gelder der Angler aus der Fischereiabgabe verwendet werden?

Eine Antwort kann in unseren Medien veröffentlicht werden.

Mit freundlichen Grüßen

1.Vorsitzender Württembergischer Anglerverein e.V.

Hans-Hermann Schock

Die erste Antwort dazu von der FDP

Sehr geehrter Herr Schock,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht. Mit Ihren Ausführungen haben Sie haben völlig Recht.

Jedes Jahr werden Zehntausende Lachse im Rhein ausgesetzt. Doch schon vor zehn Jahren kritisierten Naturschützer, dass nur ein Bruchteil der ausgesetzten Tiere überlebt, weil das Wasser im Rhein immer wärmer wird. Zu warme Gewässerabschnitte können sich zu einer thermischen Barriere für wandernde Fischarten wie den Lachs auf dem Weg vom Meer in ihre Laichgewässer entwickeln. Wie Untersuchungen im Rhein zeigten, stellen aufwandernde Lachse ihre Wanderbewegungen bei Temperaturen um 25°C ein. Damit wird auch das Zeitbudget, das den Rückkehrern bis zum Ablaichen zur Verfügung steht, durch die Unterbrechung der Wanderung belastet.

Selbstverständlich müssen alle Möglichkeiten geprüft und genutzt werden, die von Menschen verursachten Wärmeeinleitungen in den Rhein und seine Nebenflüsse weiter zu verringern. Auf Grund der zu erwartenden Erwärmung der Atmosphäre werden sich die Wassertemperaturen aber trotz all dieser Bemühungen weiter erhöhen. Die Sinnhaftigkeit eines vor rund 20 Jahren initiierten Programms wie das Lachsprogramm sollte daher stets kritisch anhand aktueller Rahmenbedingungen überprüft werden.

Dass reine Arten- oder Gewässerschutzprojekte ohne erkennbaren Bezug zur Fischerei aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert werden, hat mein Kollege Klaus Hoher, agrarpolitischer Sprecher der FDP/DVP Landtagsfraktion, schon im vergangenen Jahr kritisiert und die Kleine Anfrage „Erhebung und Verwendung der Fischereiabgabe im Landtag“ (s. Anlage) eingebracht. Die Antworten der Landesregierung zeigen, dass der Empfängerkreis der Mittel zwar noch vertretbar ist, sich darunter aber auch Projekte ohne erkennbaren Bezug zur Fischerei finden wie bspw. das „Fischmobil“, für das über zwei Jahre hinweg fast 200.000 Euro ausgegeben wurden.

Als FDP/DVP Landtagsfraktion fordern wir, dass wenn das Land schon Anglergeld eintreibt, es dieses auch für Anglerzwecke ausgeben muss. Wir verlangen mehr Transparenz bei der Vergabe der Mittel aus der Fischereiabgabe. Ansonsten sollte man diese abschaffen.

Die Angler waren es schließlich nicht, die den Lachs ausgerottet haben. Im Gegenteil, die Impulse für einen nachhaltigen Gewässer- und Fischartenschutz stammen größtenteils von ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Reich-Gutjahr (MdL)

Fraktion FDP/DVP

Wirtschafts- und umweltpolitische Sprecherin