Exoten

Unter Exoten versteht man die Fische, die ursprünglich nicht in unseren Gewässern lebten und nur durch Besatz hinein gelangten. Genau genommen trifft das sogar auf Karpfen und Zander sowie Regenbogenforelle und Bachsaibling zu. Weiter gelangte unter anderem der ursprünglich im Rhein- und Elbesystem beheimatete Aal auf diese Weise in die Donau und umgekehrt der Rapfen von dort in den Rhein.

Unter exotischen Fischen sind jedoch in erster Linie die Neubürger zu verstehen, die (noch) recht selten vorkommen oder eher unbeabsichtigt in die Gewässer gelangen. So frisst ein Zwergwels einem Aquarianer viel­leicht ruckzuck den übrigen Bestand seines Beckens weg, worauf der Räuber kurzerhand im nächsten Parkteich landet.

Zwergwels

(Ictalurus nebulosus)

072_Zwergwels
Der 1885 erstmals in Europa besetzte Zwergwels bevölkert in­zwischen zahlreiche flache Seen und warme Flüsse. Gelegentlich wimmelt das Wasser an Enten­fütterplätzen geradezu von Zwerg­welsen. Zwar wird er selten befischt, jedoch könnte er sich gut als Köderfisch eignen. Außerdem schmeckt das Fleisch  wirklich gut. Vorsicht beim Anfassen: Der vorderste Strahl der Rückenflosse ist spitz und leicht giftig. Eine Verletzung daran kann recht schmerzhaft sein.

Sonnenbarsch

(Lepomis macrochirus)

074_Sonnenbarsch
Der hübsche Sonnenbarsch gelangte 1887 nach Europa. Allerdings ist er sehr wärmebedürftig, weshalb er sich nur in entsprechen­den Gewässern hält und fortpflanzt. Leben jedoch Sonnenbarsche in einem Gewässer in ausreichender Zahl, lassen sie sich mit abwechslungsreich geführten, kleinen Kunstködern und mit der festen Pose leicht fangen.

Schwarzbarsch

(Micropterus salmoides)

076_Schwarzbarsch
Die Heimat der Schwarzbarsche liegt in Nordamerika, von wo aus sie ähnlich der Regenbogenforelle und des Sonnenbarschs 1897 nach Europa gelangten. Allerdings fühlte sich der Fisch lediglich in wärmeren Gewässern wohl und konnte sich bis heute nur in wenigen Gewässern in der Schweiz halten. 

Graskarpfen / Weißer Amur / Amur

(Ctenopharyngodon idella)

078_Graskarpfen
Der Graskarpfen gehört zu den Vegetariern unter den Fischen, obwohl er neben jungen Pflanzen auch Schnecken oder Muscheln frisst. Ursprünglich sollte der aus dem fernen Osten stammende Fisch bei uns zu große Bestände von Wasserpflanzen reduzieren.

Mamorkarpfen / Gefleckter Amur

(Hyphthalmichthys nobilis)

und Silberkarpfen / Silberamur

(Hypophthalmichthys molitrix)

080_Marmor
Eng verwandt mit dem Graskarp­fen sind die ebenfalls aus Asien stammenden Silber- und Marmorkarpfen, die etwas hochrückiger sind und entsprechend ihres Namens eine andere Färbung besitzen. Zudem besitzen sie viel kleinere Schuppen. Im Unterschied zu ihrem Pflanzen fressenden Verwandten ernähren sich Marmor- und Silberkarpfen von Plankton, das sie aus dem Atemwasser filtern.

Störe

(Gattung Acipenser)

082
Der Baltische und Atlantische Stör galten in deutschen Gewässern als ausgestorben, auch wenn ein Berufsfischer 1993 noch ein Exem­plar fing. Inzwischen gibt es Pläne zur Wiedereinbürgerung des Wanderfischs in Nord- und Ostsee, wobei besonders die nicht verbaute Oder einigen Erfolg verspricht.


Quelle:

Der Inhalt des Bereiches "Fische bestimmen" bietet Auszüge aus dem Buch "Lexikon der Süßwasserfische".

Autor: Frank Weissert (WAV-Mitglied)

Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart

Bestellmöglichkeit

Lexikon-der-suesswasserfische