8 Tage in Nordnorwegen
von Frank Weissert
Die Insel Skjervoj liegt vom Flughafen Tromsö etwa drei Autostunden entfernt und lässt sich nach einiger Kurverei um die Fjorde herum über eine Brücke erreichen.Theoretisch kann man die Insel auch mit den Hurtigruten-Schiffen ereichen, allerdings gehts mit dem Flugzeug doch schneller. Das Fiskecenter verfügt über einige kleinere Häuser sowie ein größeres Gästehaus mit mehreren Wohnungen. Weiter als 250 Meter muss niemand zum Hafen gehen. Danach ist unserer Mannschaft auch nicht jedem. Denn heute fegt ein Sturm über das revier und die Wellen außerhalb des Hafens locken nicht unbedingt zu einer Ausfahrt. Trotzdem: Jetzt ein Fisch fürs gemeinsame Essen wäre nicht schlecht. Gesagt, getan: Mit der 10 bis 40 Gramm-Spinnrute wage ich mich gegen den Wind auf die Mole und werfe einen 25-Gramm-Pilker weit hinaus. Nach nur etwa 15 Minuten ruckt es kräftig in der Rute und nach einigem Hin und Her lande ich mit dem Fischgreifer einen strammen fünfpfündigen Dorsch. Kein Wunder, dass mich am Ferienhaus die strahlenden Gesichter von Rober Langford und Michael Bernert begrüßen - Essen hält halt Leib und Seele zusammen!
Schon am nächsten Tag gibt der Wind mehr Ruhe. Trotzdem verzichten wir heute auf unser 25-PS-Aluboot, das wir für unseren Aufenthalt bei Kingfisher-Angelreisen gebucht haben. Denn unser Guide Holger Büricke fährt uns mit seinem über 200 PS starken Boot zur ersten Tour hinaus. An einer Strömungskante erfolgt der erste Stopp. Über dem Sandgrung soll es große Dorsche geben und häufig sogar Heilbutte, für die es jetzt allerdings noch etwas früh im Jahr sei. Tatsächlich beißen bald die ersten Dorsche der Fünf- bis Zehn-Pfund-Klasse und niemandem wird es langweilig. Immerwieder packen die Räuber den Pilker.
Auf einmal kommt Michael ins Schwitzen. Die Rute verneigt sich kräftig und Michael muss sich beim Pumpen richtig ins Zeug legen. Rob tippt auf einen großen Dorsch. Immer wieder nimmt der Fisch Schnur. Auf einmal ist das Rätsel gelöst: Ein Heilbutt liegt an der Oberfläche! Rob wird blitzschnell aktiv, greift sich sein spezielles Heilbuttgaff und zieht den Fisch unter lautem Jubel gekonnt an Bord. Mit 16 Kilogramm ist es kein Heilbutt-Riese, aber doch ein toller Fisch, über den sich alle riesig freuen. Über die nächsten Tage erforschen wir verschiedenste Stellen der Umgebung. Dorsche bis etwa 30 Pfund und richtig große Schellfische unterstreichen die Ansicht, dass sich die Reise richtig gelohnt hat. Daraus resultiert der Film "Norwegen - 70°Nord".









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