Frøya im März 2010
In diesem Jahr veranstaltete das Norwegen-Angelforum.net zum ersten mal die Frøya-Dorschtage. Für mich ist das auch die erste Reise nach Norwegen im Winter. Die aktuellen Wetterbedingungen in Norwegen fügen der Vorfreude ein mulmiges Gefühl hinzu. Im Landesinneren bis zu -27 °C und Schneetreiben. Der Veranstalter spielt mit dem Gedanken wegen zugefrorener Wasserleitungen das Event abzusagen. Aber aller widrigen Umstände zum Trotz geht für Frank Bader und mich die Reise am 16 März um 00:30 los Richtung Kiel. In Kiel am Norwegenkai angekommen, treffen wir auf die restlichen Angler der Tour. Sofort beginnt das Fachsimpeln aber auch das Thema Straßenzustände lässt sich immer wieder hören. Pünktlich um 13:00 Uhr können wir auf der "Magic" von Colorline einchecken. Auf der Fähre beginnt der Urlaub. Ein Luxusliner, der keine Wünsche offen lässt. Zuerst geht es in die Koje um am Abend am Buffet und an den Vorstellungen danach fitt zu sein. Am Vormittag des 17.03.10 ging es um 10:15 von Bord, wie üblich kam die Frage vom Zoll nach mitgeführtem Alkohol. Aber wir waren sauber, es ging ja zum Angeln und nicht zum Saufen nach Norwegen.
Es geht über die E6 & E3 Richtung Norden. Bis Orkanger sind die Straßen frei. Dann kommt Schneefall auf. Ständig kreuzen Hirsche und Rehe die Straße. Elche stehen am Straßenrand. Aber die Fahrt verläuft Problemlos.
Wir sind die ersten um 19:30 Uhr, die im Frøya Havfiskesenter ankommen.
Das liegt daran, dass ich den Weg kannte und wir uns dadurch nicht vom NAVI in die Irre führen ließen. Gegen 22:30 Uhr sind dann alle Gesund und wohlbehalten angekommen. Zum Empfang gibt es leckere Reker (Garnelen) Krabben und Lachs.
Auch das eine oder Andere Bierchen wandert über den Tresen. Mit der Bootseinweisung hat es am folgenden Tag zeit. Am Vormittag ist der Wind zu heftig, um den Hafen verlassen zu können. Gegen Mittag flaut der Wind ab, und die Suche nach dem Dorsch kann beginnen. Auch hier kommt mir meine Ortskenntnis wieder zu gute und nach wenigen Minuten liegen die ersten Dorsche in der Fischkiste. Bis zum dunkel werden können wir vier Stunden angeln. Danach geht es ins Schlachthaus, um die Fische zu filetieren. Am 2. Tag geht es früh raus, doch die Dorsche zeigen sich Beißfaul. Auch in Norwegen springen einem die Fische nicht ins Boot. Nach geraumer Zeit gehen doch die ersten Fische an den Haken. Gefangen werden neben Dorsch auch Leng und Schellfisch.
Nach dem Filetieren des heutigen Fanges werden die Filets von Gestern vakuumiert und eingefroren. Das zeitversetzte Einfrieren hat den Vorteil, dass die Filets abgetropft sind und sich die Konsistenz des Fischfleisches verbessert hat. Im Sommer zeigt sich diese Verarbeitung aber wegen der Temperaturen und der Fliegen Problematisch. Jetzt im Späten Winter geht das sehr gut. Am 3.Tag war wieder ausschlafen angesagt, da der Wind am Morgen zu stark war. Am Mittag dann viel weniger Wind aber dafür gute Dorsche bis 10 Kg. Sonntags ging es mit Andy, dem deutschen Camp-Betreiber bei ruhiger See etwas weiter raus. Es wurden aber vor den Schären nur Lumb und Leng gefangen. Also ging es zurück in die Schären wo der Dorsch stand. An diesem Sonntag ging meinem Kollegen Achim ein kapitaler Heilbutt an den Haken. Nach langem zähem Kampf ist dann leider das 0,70 mm Vorfach gerissen. Achim nahm den Verlust aber gelassen und sportlich Fair. Einen Tag später wollten wir Revanche für den verlorenen �Kveite� so heisst der Heilbutt auf Norwegisch. Und tatsächlich konnte ich mich über meinen ersten Butt freuen.
Er war zwar nach den neuen Schonmaßen in Norwegen mit 76cm um 4cm zu klein. Was aber meiner Freude keinen Abbruch tat.
Von Andreas Dietl.











