Gewässerverschmutzung ist und war ein von vielen gar nicht erkanntes Problem.
Bereits 1954 begann der WAV, obwohl er damals noch kaum mit behördlicher Unterstützung rechnen konnte, die systematische Überwachung seiner Pachtgewässer.
Angler auf der Spur
Um der Gewässerverschmutzung und ihren Verursachern auf die Spur zu kommen, erstellte der Verein unter anderem eine detaillierte Gewässerkarte des Neckars von Zivishausen bis Mühlhausen, die 1956 vom Staat, der Stadt Stuttgart sowie der Wasserschutzpolizei übernommen wurde und für das Aufspüren von Gewässerverschmutzern eine wertvolle Hilfe bot.
Auch der WAV selbst blieb aktiv.
Zunächst versuchten seine Mitglieder vom Land her festzustellen, wer wo verbotenerweise Abwässer und Giftstoffe in Gewässer einbrachte.
Das war ein hartes Brot. Denn wer will sich schon gern bei einer Gesetzesübertretung ertappen lassen.
Viele Umweltsünder untersagten unseren Vereinskameraden einfach den Zugang zu ihren Grundstücken.
Häufig kam es auch zu Klagedrohungen wegen Hausfriedensbruch.
Die Vorkämpfer für Umwelt- und Gewässerschutz wirkten in ihrer Funktion oft wie das rote Tuch auf den Stier.
1965 mussten der damalige Vereinsvorsitzende Karl Gölz und sein Vorstandskollege Eugen Schoch erkennen, dass die Gewässerüberwachung allein vom Lande her nicht die erhofften Erfolge bringen konnte.
Es gab nur einen Weg, um der immer weiter zunehmenden Verschmutzung Einhalt zu gebieten: Die Beobachtung vom Wasser aus.
Der WAV kaufte sich somit ein Kontroll- und Laborschiff, das die modernsten Geräte zur Wasseruntersuchung enthielt und im Mai 1965 als ›Poseidon‹ in Dienst gestellt wurde.


